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17.06.2020
Weniger Tische und kaum Gäste

Seit Ende Mai dürfen Biergärten und Gaststätten wieder Gäste begrüßen. Bei seinem Besuch im Cafe am Kloster im Markt Metten erfuhr der Landtagsabgeordnete Manfred Eibl wie schwierig die Situation tatsächlich ist.

Zwar würde die Terrasse einigermaßen gut angenommen, aber das Restaurant bleibe fast leer. Die Verunsicherung ist bei den Gästen deutlich zu spüren. Trotz Ferienzeit erfreut sich das vor der Krise beliebte Cafe nur verhaltenen Zuspruchs. Auch die Zimmervermietung läuft nicht mehr. Insgesamt liefe das Geschäft nach der langen Zwangspause nur sehr schleppend an, so die Cafebetreiberin Sieglinde Zacher. Die Sorge um die Gesundheit der Bevölkerung nehmen Gaststättenbetreiber sehr ernst, aber in Bayern herrschte zu lange völlige Unklarheit darüber, wann und unter welchen Auflagen Wirte und Hoteliers wieder Gäste empfangen dürfen. Bürgermeister Moser bestätigte diese Aussage, die er aus Gesprächen mit anderen Gaststättenbetreibern wiederholt gehört hat.

Persönlich  ist Frau Zacher für die Soforthilfe sehr dankbar. Sie wurde schnell gezahlt und hat geholfen. Aber aktuell erhielten nur die ganz großen Unternehmen wie etwa Lufthansa hohe Hilfen.

DEHOGA Bayern-Präsidentin Angela Inselkammer hatte wenige Tage zuvor die Lage ebenfalls als dramatisch beschrieben. „In diesem Zusammenhang wäre zum Beispiel eine zeitlich frühere Angleichung der Öffnungszeiten der Außen- an die Innengastronomie sehr wichtig gewesen“, so Frau Inselkammer. Sie gab an, dass sich die Umsatzerwartungen nach der Wiedereröffnung bei weitem nicht erfüllt hätten und Umsatzeinbußen im Vergleich zum Vorjahr bis zu 80 % Prozent eingetreten sind. Gleichzeitig entstehen den Restaurants die vollen Betriebskosten, es sei sogar finanziell aufwendiger als früher, alle Auflagen einzuhalten.
Die Innenbereiche der Lokale werden vor allem in den Städten wenig nachgefragt. Ein Beispiel ist der Münchner Ratskeller am Marienplatz, der nach wenigen Tagen Öffnung wieder geschlossen wurde.

Sieglinde Zacher aus Metten befürchtet zum Jahresende eine Pleitewelle unter den Gastronomen. Von der Politik erhofft sie sich weitere Unterstützung und bat Manfred Eibl von den Freie Wählern eindringlich darum, ihre Sorgen in den Landtag zu tragen. „Es geht ums Überleben!“ – nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Manfred Eibl von den Freien Wählern sicherte zu, im Rahmen seiner Möglichkeiten seine Unterstützung zu und wies gleichzeitig auf die umfangreichen Hilfsprogramme für die Bayerische Wirtschaft hin. Sehr stark nachgefragt war die Soforthilfe für Soloselbständige sowie kleine und mittlere Unternehmen bis 250 Mitarbeiter. Sie wurde am 31. Mai 2020 beendet. Ein Anschlussprogramm wird derzeit auf Bundesebene erarbeitet. Die Nachfrage nach Darlehens­produkten der LfA Förderbank Bayern wie etwa dem Corona-Schutzschirm-Kredit, die Akut-, Schnell- und Universalkredite und den Bürgschaften für Kredite ist ebenfalls hoch.

Als wirtschaftspolitischer Sprecher der Freien Wähler im Landtag ist Manfred Eibl Mitglied einer zwölfköpfigen Kontrollkommission, deren Aufgabe es ist, eine parlamentarische Kontrollfunktion wahrzunehmen für den Bayernfonds. Über diesen Fonds sollen weitere Corona-Wirtschaftshilfen, wie etwaige Staatsbeteiligungen, an wirtschaftlich angeschlagenen Unternehmen möglich werden.

Neben den Soforthilfen und Kreditbürgschaften ist dieser neue Bayernfonds ein wichtiger Bestandteil der Hilfsmaßnahmen von Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger, mit denen bayerische Betriebe für die Zeit nach der Pandemie in die bestmögliche Startposition versetzt werden sollen“, erklärt Eibl.

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