09.05.2020
Orientierungspraktikum für angehende Lehrer weiterentwickeln

Mit einem Antrag beim Bildungsausschuss des Landtags wollen sich die FREIEN WÄHLER für die Weiterentwicklung des obligatorischen Orientierungspraktikums einsetzen. So möchten sie die Abbruchquote im Lehramtsstudium senken.

Im Jahr 2013 betrug die Studienabbruchquote für Lehramtsberufe 15 %. Diese Quote wollen die FREIEN WÄHLER weiter senken und setzen sich daher im Bildungsausschuss des Landtags für die Weiterentwicklung des obligatorischen Orientierungspraktikums ein. „Offensichtlich ist, dass der Lehrberuf nach wie vor ein sehr attraktiver ist. Diesen erfreulichen Trend wollen wir FREIE WÄHLER unterstützen, indem wir eine Optimierung der Studienwahl anstreben und so die Studienabbruchquote weiter senken“, begründet die bildungspolitische Sprecherin und stellvertretende Vorsitzende des Landtagsbildungsausschusses Eva Gottstein einen diesbezüglichen Antrag.
Ihr Kollege Nikolaus Kraus ergänzt, Ziel müsse sein, Bayerns Schülerinnen und Schülern stets beste Bildung zu ermöglichen. „Dafür benötigen wir motivierte, aber eben auch geeignete Lehrkräfte. Nicht jeder Mensch ist für den Beruf des Lehrers geeignet, nicht jeder hält dem Stress stand und nicht jeder steht gerne täglich vor knapp 30 pubertierenden Jugendlichen und trägt für deren Entwicklung die Verantwortung.“ Umso wichtiger sei es, dass junge, am Lehramt interessierte Menschen sich im Rahmen eines Praktikums bereits frühzeitig ein Bild davon machen könnten, was sie später einmal erwarte, so Kraus. So hätten Gymnasiallehrkräfte wegen ihres eigenen Bildungswegs meist nur Erinnerungen an ihre Gymnasial- und Grundschulzeit. Andere Schularten seien ihnen dagegen fremd. Kraus: „Gerade für sie brauchen wir eine Möglichkeit, über den Tellerrand hinauszusehen und festzustellen, welche Schulart ihnen aus der Perspektive einer Lehrkraft besser gefällt.“
Mit dem Antrag wollen die FREIEN WÄHLER prüfen, ob und ggf. wie für Lehramtsstudierende im Rahmen des Orientierungspraktikums der Besuch von mindestens zwei Schularten festgelegt werden kann, argumentiert Gottstein. „Aus unserer Sicht bietet gerade dieses Praktikum – eben da es so frühzeitig absolviert wird – die besten Chancen, um die richtigen Weichen für die Studienwahl zu stellen. Und das zu einem so frühen Zeitpunkt, dass ein möglicher Wechsel der Schulart für Studierende noch ohne größere Hürden möglich ist und auch persönlich als wenig problematisch wahrgenommen wird – anders als dies im weiteren Studienverlauf der Fall wäre“, so die ehemalige Realschul-Rektorin aus Eichstätt abschließend.

Hinweis: Den erwähnten Antrag finden Sie HIER.

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