Aktuelles

23.12.2020
Corona-Wirtschaftshilfen oft nicht ausreichend bekannt

Eibl: Zahlreiche Betroffene vor allem Kleinunternehmer und Mittelständler wissen aktuell nicht, welche Fördermöglichkeiten es für sie gibt.

Die Corona-Pandemie hat Deutschland weiterhin fest im Griff. Erneut gehen wieder zahlreiche Unternehmen in die Kurzarbeit. Umso erstaunlicher ist es, dass viele Kleinunternehmer und Mittelständler nicht genau wissen, welche Fördermöglichkeiten es für sie gibt. Nach den Überbrückungshilfen I und II können Unternehmen nun die Novemberhilfe, die Dezemberhilfe und die Bayerische Lockdown-Hilfe beantragen.

Die Anträge für die „Novemberhilfe“ können seit dem 25. November 2020 online gestellt werden. Die Modalitäten dafür sind auf der Webseite des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie abrufbar. Wer bis dato noch keinen Antrag gestellt hat, darf beruhigt sein. Bisher haben die IHK und alle anderen Bewilligungsstellen in den Ländern noch keine Möglichkeit, die bereits gestellten Anträge zu bearbeiten, zu ändern, zu begutachten oder zu bewilligen, da das dafür benötigte IT-System noch nicht vom Bund bereitgestellt wurde. Voraussichtlich ab dem 11. Januar 2021 können diese Anträge bearbeitet und die Auszahlungen angestoßen werden. Eine Antragsmöglichkeit besteht bis zum 31. Januar 2021.

Dieser Verzug war bereits bei der Überbrückungshilfe I und II zu beklagen. Es steht zu erwarten, dass auch die Dezemberhilfe verzögert bearbeitet und ausgezahlt wird. Diese kann voraussichtlich bis zum 31.03.2021 beantragt werden. Zum genauen Zeitpunkt der Beantragungsmöglichkeit kann derzeit noch keine Aussage getroffen werden. Die Dezemberhilfe gilt für den Zeitraum 01.12. bis 31.12.2020. Antragsberechtigt sind alle von den temporären Schließungen betroffenen Unternehmen (private und öffentliche), Betriebe, Selbstständige – Solo-Selbstständige und Freiberufler im Haupterwerb, Vereine und Einrichtungen, Unternehmen und Soloselbstständige, die nachweislich und regelmäßig mindestens 80% ihrer Umsätze mit direkt von den Schließungen betroffenen Unternehmen erzielen, und Unternehmen sowie Soloselbstständige, die regelmäßig mindestens 80% ihrer Umsätze durch Lieferungen und Leistungen im Auftrag direkt von den Maßnahmen betroffener Unternehmen über Dritte (zum Beispiel Veranstaltungsagenturen) erzielen. Diese Antragsteller müssen im November 2020 wegen der Schließungsverordnungen Umsatzeinbruch von mehr als 80% gegenüber dem Vergleichsumsatz nachweisen. Gefördert werden 75% des Vergleichsumsatzes, anteilig für jeden Tag im November 2020 berechnet, an dem ein Unternehmen tatsächlich vom Corona-bedingten Lockdown direkt, indirekt oder über Dritte betroffen war (bei Soloselbstständigen alternativ der durchschnittliche Monatsumsatz im Jahre 2019). Wann es dann zur Auszahlung kommt, ist noch nicht bekannt.

Für Unternehmen, die vom staatlich verordneten Lockdown in den jeweiligen Kommunen Berchtesgardener Land, Rottal-Inn, Stadt Augsburg und Stadt Rosenheim betroffen sind, gibt es zeitanteilig die Bayerische Lockdown-Hilfe (Oktoberhilfe). Voraussichtlich ab Ende Januar 2021 können diese Unternehmen den Antrag beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie stellen.

Die Förderhöhe basiert auf denselben Konditionen wie die Novemberhilfe. Als Vergleichsumsatz soll der Oktoberumsatz 2019 angesetzt werden – die umsatzstärkeren Herbstferien 2019 werden somit berücksichtigt (bisher für Oktoberhilfe prozentualer Aufschlag auf die Novemberhilfe angedacht).

Download Förderhilfen im Überblick

Archiv