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18.06.2020
Besucherlenkung in touristischen Gebieten – Eibl plädiert für mehr Fairness

Eibl: Fairen Interessensausgleich zwischen Erholungssuchenden, Natur und Anwohnern schaffen

Mit den wärmeren Temperaturen und strahlendem Sonnenschein wächst wieder der Ansturm auf Bayerns Gewässer. Die Folgen sind fatal. Nicht nur die Lebensräume zahlreicher Tier- und Pflanzenarten werden beeinträchtigt, auch Gemeinden, die an den Gewässern liegen, leiden unter dem Touristenandrang. „Gewässer sind wichtige Erholungsgebiete mit hoher Aufenthaltsqualität. Doch an schönen Sommerwochenenden herrscht an Bayerns Seen, Flüssen und Bergen eine Betriebsamkeit wie auf dem Viktualienmarkt“, erklärt der verkehrspolitische Sprecher Manfred Eibl. Wer etwa zum Walchensee gelangen wolle, dem böten sich Staus schon vor Kochel, ein überlasteter Kesselberg und vogelwildes Parken an Südufer und selbst in Wohngebieten. „Das ist nicht nur für die Anwohner eine Belastung, sondern auch für Natur und Umwelt.“ Gerade ökologisch bedeutsame Naturräume ächzten mittlerweile unter Lärm, Müll und Verkehr, ergänzt Benno Zierer, umweltpolitischer Sprecher.

Nicht anders sieht es bei den beliebten Touristenzielen wie Dreisessel und Lusen aus. Auch hier werden ganze Gemeinden wild zugeparkt – ganz zu schweigen vom Wildparken in der Natur. Jedes Wochenende finden sich bereits Kilometer rund um den Dreisessel und Lusen keine Parkmöglichkeiten mehr. Wer dann noch zu seiner Wandertour aufbrechen möchte, stellt sich in die Wälder, auf Wiesen oder in die Wohngebiete der Gemeinden.

Um empfindliche Bereiche beliebter Landschaftsräume zu schützen und Anrainergemeinden zu entlasten, sei die Einführung von Steuerungsinstrumenten zur Besucherlenkung daher unumgänglich. „Einfach den Kopf in den Sand stecken und verschiedene Nutzungen oder Wassersportarten zu verbieten, ist keine Lösung. Wir müssen neben Schutzzonen auch legale Nutzzonen definieren. Nur so kommen wir zu einer gesellschaftlich akzeptierten Lenkung“, betont Eibl. „Die Nutzungskonflikte werden sich weiter verschärfen, wenn Politik und Verwaltung nicht gegensteuern.“ Wichtig sei, dass ein fairer Interessensausgleich zwischen Freizeitsportlern, Erholungssuchenden und Anwohnern geschaffen werde. Dazu brauche es legale und versicherungsrechtlich klar geregelte Lenkungsmöglichkeiten und die Festlegung sicherheitstechnischer Standards. „Weder Nutzer noch See- oder Grundstückseigentümer dürfen aufgrund von Unklarheiten in Konflikt mit Recht und Gesetz geraten“, sagt Eibl.

Neben dem verfassungsrechtlich verbrieften Recht auf Naturgenuss und Erholung müsse aber auch dem Natur- und Umweltschutz angemessen Rechnung getragen werden, fordert Zierer. „Gerade Biotope müssen ihrer natürlichen Dynamik überlassen sowie ökologisch wertvolle Grünlandbereiche geschützt und vermehrt werden“, sagt Zierer. „Das ist mit einer intensiven Freizeitnutzung nicht vereinbar.“ Seine Fraktion hat die Staatsregierung deshalb beauftragt, die rechtlichen Rahmenbedingungen und Möglichkeiten zur Entwicklung von Lenkungskonzepte zu prüfen. „Nur so können wir Bayerns wunderschöne Naturlandschaften für die nächsten Generationen bewahren“, so Zierer.

Hinweis: Den erwähnten Dringlichkeitsantrag finden Sie HIER.

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